Backtechnologie

Dienstag

Verfahrenstechnische Einflußgrößen zur Qualitäts- und Ertragsoptimierung in Backprozessen

  • Ort: Vortragssaal, Roemerhaus der AGF

Zusammenfassung

Die Zukunft der Bäckereitechnologie liegt nicht in einem einzelnen neuen Parameter, sondern in der intelligenten Verbindung vorhandenen Wissens.

Der Vortrag geht folgenden Fragen nach:

• Wie lässt sich der Backprozess als Gesamtsystem verstehen, messen, steuern und optimieren?

• Was macht einen Backprozess wirklich beherrschbar und optimierbar?

Nicht die einzelne Maschine.

Nicht die einzelne Rezeptur.

Nicht der einzelne Rohstoff.

Entscheidend ist das Zusammenspiel der gesamten Prozesskette.

Ansätze zur Beantwortung der o.g. Fragen werden an Beispielen vorgestellt, u.a.:

• Der a_w-Wert (Teig /Gebäck) als Zustands- und verfahrenstechnische Führungsgröße: Die Bäckerei arbeitet heute vielfach mit vielen Einzelmessgrößen:

Temperatur, Zeit, Feuchte, pH, Teigkonsistenz usw.

• Fehlerfortpflanzung für die diagnostische Logik zur Optimierung von Back-Prozessen und deren Produkte. (Ein kleiner Fehler kann große Folgen haben)

Bäcker benötigen letztlich mehr Möglichkeiten, um einen Zustand des Systems zu steuern. Spezifisches Erfahrungswissen kann schon heute ein integriertes Bewertungsmodell auf Basis verfahrenstechnischer, technologischer, wirtschaftlicher und qualitativer Prozessgrößen entwickeln (u.a. optimierte Prozessleitsysteme).

Digitalisierung ohne technologisches Expertenwissen digitalisiert vor allem vorhandene Daten und Prozesse – sie optimiert sie nicht zwangsläufig.

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Prof. Klaus Lösche

Northern Food Tec GmbH

Dr.-Ing. Klaus Lösche wurde am 3. April 1949 in Lübbecke/Westfalen geboren. Nach seiner Bäckerlehre im elterlichen Betrieb (1965–1968) absolvierte er den zweiten Bildungsweg über die Berufsaufbauschule in Lübbecke und die Ingenieur-Akademie Berlin, die er 1972 als Ingenieur grad. abschloss. Anschließend studierte er Lebensmitteltechnologie und Biotechnologie an der Technischen Universität Berlin (1972–1976) und erwarb den Abschluss als Diplom-Ingenieur. Von 1977 bis 1982 promovierte er an der Technischen Universität München in Weihenstephan im Fachgebiet Getreidechemie zum Dr.-Ing. Von 1977 bis 1985 war Lösche als Chemiker bei der DIAMALT AG in München tätig (u.a. Mitarbeit bei der chemisch -großtechnischen Herstellung und Einführung von L-Cystein-HCl im Backbereich; Mithilfe bei Entwicklung von Gärsteuerungsverfahren). 1985 wurde er zum Professor für Produkttechnologie der Lebensmittel pflanzlicher Herkunft an die Hochschule Bremerhaven berufen. Dort war er bis 2014 in Lehre und angewandter Forschung tätig. 1987 gehörte er zu den Mitgründern des Technologie-Transfer-Zentrums Bremerhaven e. V. (ttz Bremerhaven) und leitete bis 2015 das Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik (ttz-BILB). 2015 gründete er die Northern Food Tec GmbH in Bremerhaven, mit der er seine Aktivitäten im Bereich der anwendungsorientierten Technologieentwicklung und der Bäckereitechnologie fortsetzte. Fachliche Schwerpunkte und technologische Entwicklungen Ein wesentlicher Schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit von Klaus Lösche liegt in der Entwicklung, Erprobung und Einführung neuer Verfahren und Technologien für die Backwarenherstellung. Seine Arbeit verbindet getreidechemische und biotechnologische Grundlagen mit verfahrenstechnischen Fragestellungen und der industriellen Umsetzung.

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Vom Granulat zum Brot

  • Ort: Vortragssaal, Roemerhaus der AGF

Granulate in langsam geführten Teigen: Einfluss auf Wasserwanderung und Teigstruktur.

Zusammenfassung

Die Qualität von Brot wird wesentlich durch die Auswahl und Verarbeitung der Rohstoffe sowie die Dauer und Gestaltung der Teigführung beeinflusst. Neben traditionellen handwerklichen Verfahren gewinnen innovative Technologien zur gezielten Aufbereitung von Getreide zunehmend an Bedeutung.

Hydrothermisch behandelte Getreidegranulate, wie sie von der Hellmich Backwelt entwickelt werden, zeichnen sich durch ein hohes Wasserbindungsvermögen aus und eröffnen neue Möglichkeiten zur Optimierung von Teigverarbeitung, Krumenstruktur, Saftigkeit und Frischhaltung.

In Kombination mit einer langen, kontrollierten Teigführung können sich zusätzliche positive Effekte auf Teigentwicklung, Aromabildung und sensorische Qualität ergeben. Dabei spielen insbesondere enzymatische und mikrobielle Prozesse während der Teigreife eine wichtige Rolle.

Der Vortrag vermittelt aus der Perspektive der Backpraxis die technologischen Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten von Getreidegranulaten in Verbindung mit einer verlängerten Teigführung. Anhand praktischer Erfahrungen werden deren Potenziale für die Herstellung hochwertiger Brote aufgezeigt. Ergänzend werden mögliche ernährungsphysiologische Aspekte dieser Herstellungsverfahren angesprochen.

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Falko Hellmich

HELLMICH GmbH

Falko Hellmich lebt in Rheine und ist Gründer der Hellmich Backwelt, die er 2011 mit seiner Frau ins Leben rief. Seit 43 Jahren beschäftigt er sich mit dem Backen und der Entwicklung von Backzutaten. In den vergangenen 15 Jahren lag sein Schwerpunkt auf hydrothermischen Prozessen. Als Pionier der sogenannten Granulate bringt er umfassende Erfahrung und Fachwissen in diesen Bereich ein. Seinen beruflichen Weg begann Hellmich mit einer Ausbildung zum Bäcker und der Weiterbildung zum Bäckermeister. Darauf folgten ein Studium der Lebensmitteltechnologie sowie Qualifikationen zum Backmanager und Betriebswirt. Von 1991 bis zu seiner Selbstständigkeit im Jahr 2011 sammelte er Erfahrungen in der Backmittelbranche

Artikel aus Mühle + Mischfutter

Vom Brot zum Menschen

Prof.-Dr. med. Ralf Keller

Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Ernährungsmedizin und palliative Grundversorgung

Vom Brot zum Menschen

  • Ort: Vortragssaal, Roemerhaus der AGF

Granulate in langsam geführten Teigen: Einfluss auf die ernährungsphysiologischen Eigenschaften.

Zusammenfassung

Die Sauerteigfermentation ist ein mehr als 3.000 Jahre altes Verfahren, das insbesondere beim Brotbacken eine wichtige Rolle spielt. Heute wird Fermentation auch zur Haltbarmachung von Lebensmitteln und zur Herstellung pharmazeutischer Produkte eingesetzt.

Durch das Zusammenspiel von Mikroorganismen und Enzymen verändert sich die Zusammensetzung des Teiges, wodurch Aroma, Bekömmlichkeit und ernährungsphysiologische Eigenschaften des Brotes beeinflusst werden.

Nach dem Verzehr gelangen die Bestandteile des Sauerteigbrotes in den Verdauungstrakt, wo sie weiter aufgeschlossen und verstoffwechselt werden. Besonders die Ballaststoffe dienen den Mikroorganismen der Darmmikrobiota als Nahrungsgrundlage. Sauerteig ist zwar kein Probiotikum, da im fertigen Brot nicht zwangsläufig ausreichend lebensfähige Mikroorganismen vorhanden sind, seine Ballaststoffe können jedoch präbiotische Eigenschaften besitzen und die Darmmikrobiota unterstützen.

Die Darmmikrobiota erfüllt wichtige Aufgaben bei der Verdauung, der Nährstoffverwertung und der Regulation des Immunsystems. Ein Ungleichgewicht (Dysbiose) dieser Mikroorganismen kann mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung stehen. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung trägt dazu bei, die Darmgesundheit zu fördern und die Funktion der Darmschleimhaut zu unterstützen.

Ein weiterer Vorteil von Sauerteigbrot liegt in seiner möglichen besseren Bekömmlichkeit.

Während einer längeren Teigführung können bestimmte fermentierbare Kohlenhydrate, sogenannte FODMAPs, abgebaut werden. Auch Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs), die im Zusammenhang mit glutenassoziierten Beschwerden diskutiert werden, können durch die Fermentation beeinflusst werden. Das Ausmaß hängt von den verwendeten Zutaten und den Fermentationsbedingungen ab. Sauerteigbrot ist allerdings nicht automatisch glutenfrei und für Menschen mit Zöliakie nur geeignet, wenn ausschließlich glutenfreie Zutaten verwendet werden.

Auch die Verfügbarkeit von Mineralstoffen kann durch die Sauerteigfermentation verbessert werden. Vollkorngetreide enthält Phytat, das Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Magnesium bindet und deren Aufnahme erschweren kann. Phytasen, die im Sauerteig aktiv sind, bauen Phytat ab und können dadurch die Mineralstoffverfügbarkeit erhöhen.

Bei der Verstoffwechselung von Ballaststoffen im Dickdarm entstehen kurzkettige Fettsäuren. Diese dienen unter anderem den Zellen der Darmschleimhaut als Energiequelle und unterstützen die Darmbarriere. Ergänzt man Sauerteig um polyphenolreiche Zutaten wie Crawnberry, Beeren oder Äpfel, können zusätzlich wertvolle Pflanzenstoffe eingebracht werden, die mit der Darmmikrobiota wechselwirken.

Sauerteig verbindet somit traditionelles Handwerk mit modernen Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft. Eine kontrollierte, längere Fermentation kann die Bekömmlichkeit verbessern und die Verfügbarkeit bestimmter Nährstoffe erhöhen. Als Bestandteil einer abwechslungsreichen, ballaststoffreichen Ernährung kann Sauerteigbrot daher einen wertvollen Beitrag zur Darmgesundheit leisten.

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Prof.-Dr. med. Ralf Keller

Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Ernährungsmedizin und palliative Grundversorgung

Prof.-Dr.med. Ralf Keller studierte Humanmedizin an der Universität Münster, wo er 1992 promovierte. Nach seiner Facharztausbildung für Innere Medizin und Gastroenterologie habilitierte er sich 2004 an der Universität Würzburg. Seit 2005 ist er Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Mathias-Spital in Rheine und seit 2017 Honorarprofessor für Clinical Nutrition. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Gastroenterologie, gastrointestinalen Onkologie, Endoskopie und klinischen Ernährungsmedizin. Er ist Autor und Koautor zahlreicher wissenschaftlicher Originalarbeiten, Übersichtsarbeiten, Buchbeiträge und international publizierter Kongressabstracts. Seine umfangreiche Vortragstätigkeit umfasst nationale und internationale Fachkongresse, insbesondere der DGVS, DGIM, DGE-BV und der United European Gastroenterology Week (UEGW). Zudem ist er langjähriger Organisator ärztlicher Fortbildungsveranstaltungen und wissenschaftlicher Symposien. Zu seinen besonderen wissenschaftlichen Leistungen zählt die Entwicklung und Patentierung der Immunoskopie zur verbesserten endoskopischen Tumordiagnostik.

Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie

Ernährungsmedizin und palliative Grundversorgung

Artikel aus Mühle + Mischfutter

Fluoreszenz trifft Polarisation – Was die Mikrostruktur über die Produktqualität verrät

  • Ort: Vortragssaal, Roemerhaus der AGF

Zusammenfassung

Die Produkteigenschaften von Teigen und Gebäcken wie die Textur, Stabilität und sensorische Wahrnehmung sind eng mit der Mikrostruktur verbunden. Diese visualisieren zu können ist folglich ein essentieller Teil der Charakterisierung von Produktqualität. Um die enthaltenen Makronährstoffe, also Fett, Protein und Stärke, sowie deren Interaktionen sichtbar zu machen, stellt die konfokale Laser-Scanning Mikroskopie ein besonders leistungsfähiges Werkzeug dar. Dabei werden Fluoreszenzfarbstoffe eingesetzt, welche die unterschiedlichen Zielverbindungen anfärben und über die Anregung und Emission bei geeigneter Wellenlänge detektiert werden können. Über die systematische Kombination verschiedener Fluoreszenzfarbstoffe konnte empirisch die Affinität zu den verschiedenen Komponenten untersucht und zielführende Mischungen erarbeitet werden. Zur simultanen Darstellung kristalliner Strukturen, wurde die Fluoreszenzmikroskopie mit der Polarisationsmikroskopie gekoppelt. Diese basiert auf der Fähigkeit der Kristalle, den Winkel polarisierten Lichtes zu drehen. Die Methode konnte erfolgreich am Beispiel von Mürbeteig implementiert werden, der als eine komplexe Struktur aus Fett, Protein, Stärke und Zucker beschrieben werden kann. Insgesamt schafft der integrierte CLSM-Polarisations-Workflow eine gute Möglichkeit zur Verknüpfung mikrostruktureller Merkmale mit funktionellen Eigenschaften, um Struktur-Funktions-Zusammenhänge gezielt zu erforschen.

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Frida Köning

ttz Bremerhaven

Frida Köning hat Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften im Bachelor und Lebensmitteltechnologie im Master studiert. Ihre Masterarbeit absolvierte sie beim ttz Bremerhaven, wo sie seit Mai 2021 als Projektleiterin im Kompetenzfeld Analytik zur Prozessoptimierung tätig ist. Beginnend im Juni 2024 promoviert sie zudem extern an der Technischen Universität München im Bereich der Lebensmittelchemie. Der Schwerpunkt ihrer Promotion liegt auf der Entwicklung und Implementierung mikroskopischer Methoden zur Aufklärung von Lebensmittelstrukturen. Neben der konfokalen Laser-Scanning Mikroskopie beschäftigt sich Frida unter anderem mit der Charakterisierung von physikalischen Produkteigenschaften wie Rheologie und Textur.

Mittwoch

Erkenntnisse zur optimalen Wärmezufuhr für den Backprozess

  • Ort: Vortragssaal, Roemerhaus der AGF

Zusammenfassung

Im Vortrag werden die Ergebnisse der Untersuchung von fünf verschiedenen Durchlaufbacköfen unterschiedlicher Hersteller in vier verschiedenen Betrieben gezeigt. Die Öfen wurden mit unterschiedlichen Wärmeträgern beheizt. Die Berechnung der notwendigen und optimalen Wärmezufuhr erfolgte auf Basis der Primärenergie Erdgas.

Bei den Untersuchungen wurden der Wirkungsgrad von Durchlaufbacköfen berechnet und die Möglichkeiten für einen effizienten Einsatz von Wärmeenergie beim Backen dargestellt.

Weiterhin werden verschiedene Möglichkeiten der Berechnung und Messung der für das Backen notwendigen Backwärme erörtert. Die Messungen erfolgen durch die Auswertung der Versuchsergebnisse mit einem Versuchsbackofen. Die Messergebnisse werden mit dem berechneten Wärmebedarf abgeglichen.

Im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen wurde bei den Backversuchen die Intensität der Wärmeübertragung durch den Einsatz von Konvektion und Strahlung variiert.

Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Anteil der Enthalpie des Schwadendampfes an der während des Backprozesses zugeführten Wärme. Auf Basis der Berechnungen und Messung der notwendigen Backwärme wird der energetisch wirksame Anteil des Schwadendampfes an der Backwärme berechnet.

An Hand der ermittelten Backkurven in dem verwendeten Versuchsbackofen, werden die kritische Backzeiten dargestellt. Die kritische Backzeit ist die Phase des Backprozesses, bei der der sich die Krustentemperatur der Umgebungstemperatur im Backraum anpasst und bei einer Überschreitung der kritischen Temperatur von 170°C zur Bildung unerwünschter Reaktionsprodukte wie Acrylamid führen kann.

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Dr. Rüdiger Jank

Kuchenmeister GmbH

Dr. Rüdiger Jank, nach der Ausbildung zum Konditor und einer zweijährigen beruflichen Tätigkeit in diesem Beruf, studierte ich an der Ingenieurschule Dippoldiswalde Lebensmitteltechnologie mit dem Schwerpunkt Backwarentechnologie. Nach meinem Studium arbeitete ich als Lebensmitteltechnologe im damaligen Backwarenkombinat Berlin. Im Jahr 1986 begann ich ein Studium der Getreidetechnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, dass ich 1991 erfolgreich abschloss. In meiner anschließenden beruflichen Tätigkeit arbeitete ich u.a. als Leiter Entwicklung bei der Firma Lorenz Bahlsen Snack-World und bis 2020 als Leiter Forschung und Entwicklung bei der Kuchenmeister GmbH in Soest. Seit 2021 bin ich im selben Unternehmen für die Leitung der Verfahrenstechnik verantwortlich. 2025 schloss ich meine Promotion an der Technischen Universität Berlin ab.

Backfette für die eigene Produktion – Make or Buy? Wirtschaftliche und technologische Chancen der Eigenproduktion

  • Ort: Vortragssaal, Roemerhaus der AGF

Zusammenfassung

Für industrielle Bäckereien und insbesondere für Hersteller von Keksen und Feingebäck stellen Backfette (Shortenings) einen wichtigen Rohstoff dar, der sowohl die Produktqualität als auch die Herstellungskosten maßgeblich beeinflusst. Üblicherweise werden diese Fette von spezialisierten Lieferanten bezogen und in unterschiedlichen Verpackungsgrößen angeliefert. Neben den eigentlichen Rohstoffkosten entstehen dabei zusätzliche Aufwendungen für Verpackung, Transport, Lagerung und Handling.

Vor dem Hintergrund des steigenden Kostendrucks und des Wunsches nach größerer Unabhängigkeit von externen Lieferanten stellt sich für viele Unternehmen daher eine entscheidende Frage: Ist es wirtschaftlich und technologisch sinnvoller, fertige Backfette einzukaufen oder sie mithilfe einer eigenen, kompakten Prozessanlage selbst herzustellen?

Der Vortrag greift diese zentrale „Make-or-Buy“-Entscheidung auf und beleuchtet die damit verbundenen wirtschaftlichen, technologischen und organisatorischen Aspekte.

Zu Beginn wird das Unternehmen RONO Maschinenbau GmbH vorgestellt, das seit über 20 Jahren Anlagen zur Herstellung und Verarbeitung kristallisierter Fette entwickelt, produziert und weltweit vertreibt.

Anschließend werden die technologischen Grundlagen der Shortening-Herstellung erläutert. Im Mittelpunkt steht dabei der Kristallisationsprozess, der eine entscheidende Rolle für die Eigenschaften und die Funktionalität des fertigen Backfetts spielt. Durch die gezielte Abkühlung und mechanische Bearbeitung geeigneter Fettmischungen entsteht eine definierte Fettkristallstruktur, welche die Plastizität, Konsistenz und Verarbeitungseigenschaften des Shortenings maßgeblich beeinflusst.

Diese Eigenschaften sind insbesondere für die Keksproduktion von großer Bedeutung, da sie sich auf die Teigverarbeitung, die Produktstruktur und die Qualität des Endprodukts auswirken können. Anhand des schematischen Aufbaus einer kompakten Prozesslinie wird der gesamte Herstellungsablauf anschaulich dargestellt – von der Bereitstellung der flüssigen Fettmischung über die kontrollierte Kristallisation bis hin zur direkten Übergabe des fertigen Backfetts an die Produktion.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der wirtschaftlichen Bewertung anhand einer beispielhaften Amortisationsrechnung.

Dabei werden die Gesamtkosten für den Bezug fertig verpackter Backfette, einschließlich Verpackung, Transport und Handling, den Kosten einer betriebseigenen Herstellung auf Basis zugekaufter Fettrohstoffe gegenübergestellt. Unter Berücksichtigung der erforderlichen Investitionen, der laufenden Betriebskosten und möglicher Einsparpotenziale wird aufgezeigt, wie sich die jährliche Wirtschaftlichkeit und die Amortisationsdauer einer kompakten Prozessanlage in Abhängigkeit von der Produktionsmenge ermitteln lassen.

Abschließend werden die wesentlichen technischen und wirtschaftlichen Entscheidungskriterien zusammengefasst und damit eine fundierte Grundlage für die Bewertung der Eigenproduktion von Backfetten geschaffen.

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Wilhelm Melchers

RONO Maschinenbau GmbH

Wilhelm Melchers absolvierte als erstes ein Studium des Agraringenieurwesens an der Fachhochschule Osnabrück , welches er durch ein weiteres Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen an der Wirtschaftsakademie in Kiel ergänzte. Bereits über 25 Jahre ist Herr Melchers im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus für die Lebensmittelindustrie tätig. Seit 2016 ist er als Vertriebsleiter beim Unternehmen RONO Maschinenbau in Selmsdorf bei Lübeck beschäftigt. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Unternehmen RONO liegt in der Konzipierung und Herstellung hochwertiger Schabewärmetauscher sowie kompletter Produktionslinien für Margarine und Shortening. Zusammen mit seinem Vertriebsteam verantwortet Herr Melchers die weltweite Kundenbetreuung.

RONO

Prozesstechnik für Lebensmittel und Fette · Selmsdorf

RONO Maschinenbau entwickelt und fertigt kundenspezifische Maschinen und Prozessanlagen für die Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen in Selmsdorf bei Lübeck arbeitet mit einem modularen Aufbau: Einzelne Komponenten werden zu Maschinen und vormontierten Anlagen kombiniert. RONO wurde im April 2005 gegründet, nachdem der Fertigungsbereich von Gerstenberg Schröder in Lübeck geschlossen wurde. Das neue Unternehmen führte die Erfahrung des bestehenden Teams fort. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verarbeitung von Margarine und Speisefetten. Dafür bietet RONO unter anderem Schabewärmetauscher, Knetmaschinen und Hochdruckpumpen an. Hinzu kommen Anlagen für Emulsionen, Saucen und weitere Lebensmittel sowie Pilotanlagen zur Entwicklung und Erprobung von Rezepturen. Das Leistungsspektrum reicht über die Lieferung hinaus: Ersatzteile, Wartung, Inbetriebnahme, Schulungen und die Überarbeitung bestehender Maschinen gehören ebenfalls dazu.

  • RONOTHOR Schabewärmetauscher
  • Pin Worker
  • Hochdruck-Kolbenpumpen

Aussteller

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