Dienstag, 10. November09:30–10:00 Uhr(30 Min.)
Start der Initiative Plattform Ackerbau – Hintergründe und Möglichkeiten
Welche Informationen helfen, potenzielle Risiken bei Getreide fachlich einzuordnen? Und wie lässt sich die Klimawirkung des Ackerbaus so erfassen, dass Ergebnisse entlang der Wertschöpfungskette nachvollziehbar und nutzbar werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Initiative Plattform Ackerbau (IPA) – ein von der DLG koordinierter, branchenübergreifender Kooperationsraum.
In ihrem Vortrag gibt Dr. Anna Catharina Voges Einblick in die Idee und den Mehrwert der Initiative: Anforderungen an Qualität, Nachhaltigkeit, Transparenz und Krisenfähigkeit betreffen viele Stufen der Getreidekette. Zugleich unterscheiden sich Daten, Bewertungsmaßstäbe und Kommunikationswege. Die IPA bringt deshalb Landwirtschaft, Agrarhandel, Mühlen, Bäckereien und Lebensmitteleinzelhandel zusammen, um gemeinsame fachliche Grundlagen zu entwickeln; wissenschaftlich fundiert, konsensorientiert und kartellrechtskonform.
Seit dem Start Anfang 2026 ist die Gremienstruktur aufgebaut und die fachliche Arbeit angelaufen. Zwei Arbeitsgruppen bearbeiten derzeit zentrale Zukunftsfragen: Wie können Kontaminanten und Rückstände verständlich und faktenbasiert eingeordnet und kommuniziert werden? Und welche methodischen Anforderungen braucht eine belastbare, vergleichbare Treibhausgasbilanzierung im Ackerbau? Die Perspektiven aus den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette werden aktuell zusammengetragen und abgeglichen. Dabei geht es nicht darum, unterschiedliche Anforderungen künstlich gleichzusetzen, sondern Gemeinsamkeiten, offene Fragen und sinnvolle nächste Schritte zu identifizieren.
Die IPA ersetzt keine bestehenden Systeme und nimmt keine individuellen Unternehmensentscheidungen vorweg. Ihre größere Vision ist eine besser vernetzte, widerstandsfähige und transparent kommunizierende Getreidekette, die komplexe Fragen gemeinsam bearbeiten kann. Der Vortrag zeigt, warum dafür die Mitwirkung der gesamten Wertschöpfungskette entscheidend ist und welche Möglichkeiten sich für weitere Partner eröffnen.
Quelle: AGF-Tagungsbroschüre ↗